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01.06.2008
TV Bundesligamannschaft übernimmt Vorreiterrolle in Doping-Bekämpfung
Die Anregung kam aus der Mannschaft selbst: 10 Bundesliga-Athleten wollen ein klares Zeichen gegen Doping setzen. Nach verschiedensten aufgedeckten Dopingfällen in der Leistungsspitze des deutschen Triathlonsportes in den vergangenen Jahren bekennen sich unsere Triathleten zu einem sauberen Sport ohne „Betrug“, wie Clemens Coenen als Mannschaftssprecher Doping lieber nennt. Dafür müssen sie freiwillig einiges auf sich nehmen. Ganze 250 € pro Kopf kostet der vor 3 Jahren von der Deutschen Triathlon-Union (DTU) entwickelte Elitepass. Für die Abteilungsleitung und den Vorstand des TV Lemgo war es keine Frage, diese Ausgaben zu übernehmen, denn auch hier wird das Ansinnen der Sportler anerkannt und geschätzt. Als Inhaber des Elitepasses unterwerfen sich unsere Sportler nun den Kontrollen der NADA (Nationale Anti Doping Agentur). Sie sind dort im Testpool I registriert, was bedeutet, dass sie zu „gläsernen Athleten“ werden. Jede Abwesenheit von zuhause muss gemeldet werden und jederzeit kann einer der 80 NADA-Kontrolleure vor der Haustür oder im Trainingslager stehen und um eine Probe bitten. „Die wissen jetzt genau, wann ich mittwochs zum Schwimmen gehe“ (Clemens Coenen). Besondere Sorgfalt und ein Höchstmaß an Sensibilität erfordern auch die diffizilen Regularien der NADA. So könnte ein harmloser Hustensaft anabole Substanzen enthalten und selbst der genüssliche Verzehr eines Stück Mohnkuchens bedeutete einen positiven Dopingbefund, da die verbotene Substanz Morphin beinhaltet wäre.
Dass der aktive Einsatz für die Anti-Doping-Initiative große Anerkennung findet, zeigt der nachfolgend zitierte Kommentar von Jörg Hagemann aus der Lippischen Landeszeitung :
„Ein ernsthaftes Bemühen
Zwei bis drei Trainingseinheiten täglich. Das sechs Tage die Woche und zehn Monate im Jahr. Der Aufwand für Bundesliga-Triathlon ist immens hoch. Dagegen sind der monetäre Ertrag und die mediale Akzeptanz gering. Es verdient großen Respekt, wenn sich die Lemgoer Dreikämpfer zusätzlich zu ihren Trainingsqualen noch komplizierten Regularien unterwerfen. Zumal die 2500 Euro, mit denen der TV Lemgo das freiwillige Engagement seiner Sportler stützt, dem Verein keinen erkennbaren Vorteil bringen. Um so mehr sind die Lemgoer Anti-Doping-Bemühungen zu würdigen. […] “
Mittlerweile sind die beiden ersten Bundesligawettkämpfe der Saison 2008 schon gelaufen – und zwar mit bestechendem Erfolg: 5. Platz in Gladbeck und ein hervorragender Wettkampf am Schliersee, der mit einem 4. Platz belohnt wurde. Und eines ist ganz sicher: Es sind ehrliche erkämpfte Erfolge.